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Die Sonnenwinde 2012 und das Erdmagnetfeld

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Das Magnetfeld der Erde.

Wie antastbar ist es?

Könnte es durch erhöhte Sonnenaktivitäten bzw. extreme Sonnenstürme im Jahr 2012 zu einer Katastrophe kommen oder sind solche Gedanken - wissenschaftlich gesehen - eher abwegig?

 

Besonders in esoterischen Kreisen kursieren derzeit verschiedene Theorien, die eine größere Katastrophe oder gar den Weltuntergang für das Jahr 2012 prophezeien. Eine dieser Theorien ist, dass Planet X, ein noch unentdeckter, jedoch an- geblich mit Sicherheit existierender Planet, im Jahre 2012 einen Polsprung des Erdmagnetfeldes auslösen könnte. Dadurch würde der Sonnenwind ungehindert auf der Erde auftreffen und dort ernsthafte Schäden bis hin zum völligen Auslö- schen der Menschheit verursachen. Eine andere Theorie besagt, dass die beson- dere Konstellation unserer Milchstraße, im Jahre 2012, Einfluss auf die Sonnenaktivität und somit auch auf das Magnetfeld unserer Erde nehmen könnte.

 

Was ist dran an diesen Theorien? Steht tatsächlich der Weltuntergang bevor und müssen wir uns deshalb Sorgen machen?


Zunächst ist festzustellen, dass wir uns seit einiger Zeit in einer Phase der ab- nehmenden magnetischen Feldstärken befinden und es tatsächlich einige Anzei- chen dafür gibt, dass sich das Erdmagnetfeld in naher Zukunft einmal umpolen könnte. Umpolungen geschehen jedoch nie ganz schnell und katastrophal, sondern vollziehen sich immer allmählich und können durchaus auch Tausende oder gar Mil- lionen von Jahren dauern. So zieht sich auch die derzeitige Abschwächung der magnetischen Feldlinien bereits über Hunderte von Jahren hin. Erst in ca. 1.300 Jahren wird es voraussichtlich so weit sein, dass das Erdmagnetfeld tatsächlich umkippen könnte.

 

Würde sich das Erdmagnetfeld ganz plötzlich umpolen, käme es unter anderem zu Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis. Außerdem würde die Erde ihres natürlichen Schutzschildes gegen die Strahlung aus dem All beraubt und das Leben auf der Erde wäre deutlich höheren Dosen elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt. Dies hätte unter anderem eine Häufung von verschiedenen Mutationen und Krebserkrankungen zur Folge. Bisher haben sich jedoch die Veränderungen des Erdmagnetfeldes immer allmählich vollzogen und bereits frühere Generationen konnten Umpolungen erfolgreich und ohne größere Schäden überstehen. Nach der Umpolung kommt es wieder zu einer Zunahme der Feldstärken und einer Stabili- sierung der Magnetfeldlinien. Umpolungen lassen sich grundsätzlich nie im Voraus prognostizieren und schon gar nicht auf das Jahr genau. Auch aus diesem Grunde entbehren die für das Jahr 2012 vorausgesagten Katastrophenszenarien jeder wissenschaftlichen Grundlage.

 

Im Falle eines tatsächlichen Polsprunges würden die Sonnenwinde durch das zeit- weise fehlende Magnetfeld ungehindert auf der Erde auftreffen. Satelliten der Erd- umlaufbahn und Stromnetze würden deutlich in Mitleidenschaft gezogen und die Partikelstrahlung aus der Sonne und dem Weltall würde deutlich ansteigen. Zu einer Versengung der Erdoberfläche wäre der Sonnenwind jedoch nur dann in der Lage, wenn das Magnetfeld dauerhaft fehlen würde.

 

Der Sonnenwind ist ein Strom geladener Teilchen, welcher von der Sonne in das All geschleudert wird. Er besteht vor allem aus Protonen, Elektronen und Helium- kernen (Alpha-Teilchen). Da der Sonnenwind ein Plasma ist, kann er sowohl das Magnetfeld der Erde als auch der Sonne verformen. Das Erdmagnetfeld hält ihn größtenteils ab, nur bei starkem Sonnenwind können die Teilchen in die hohen Schichten der Atmosphäre eindringen. Sie werden in Richtung der Pole gelenkt und erzeugen dort Polarlichter.

 

Im Verlauf des elfjährigen Sonnenzyklus verändert sich das solare Magnetfeld allmählich, bis es zum Zeitpunkt des solaren Maximums zusammenbricht und sich anschließend in entgegengesetzer Richtung neu aufbaut. Während dieser Zeit kommt es zu starken Erruptionen an der Sonnenoberfläche und zu Protuberanzen, welche das heiße Plasma weit ins All hinaus schleudern und den Sonnenwind zu einem Sonnensturm verstärken. Das nächste solare Maximum wird es im Mai 2013 geben. Es soll jedoch deutlich schwächer als normal ausfallen. Selbst dann, wenn es doch stärker würde, käme es höchstens zu Stromausfällen, jedoch keinesfalls zu einem Weltuntergang.

 

Fazit: Vom wissenschaftlichen Standpunkt gesehen gilt es, aus den zuvor genannten Gründen, als sehr unwahrscheinlich, dass es im Jahre 2012 tatsächlich zu einer größeren Katastrophe oder gar zum Ende der Menschheit kommen könnte. Ob diese jedoch einen kompletten Untergang herbeiführen kann, darf bezweifelt werden.

 

 

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Sonnenwinde / Magnetfeld
Sonne und ihre Sonnenwinde
Bildquelle: © Linda Brotkorb - Fotolia.com