Nostradamus und das Jahr
2012
Die Prophezeiungen des Propheten
Nostradamus
Gibt es glaubhaft dokumentierte
Prophezeiungen von
Nostradamus, die auf eine Apokalpse im Jahre
2012 hindeuten?
Der französische Apotheker,
Medizin- & Astrologiekundige Michel de
Nostredame (14.12. 1503 – 02.07.1566),
besser bekannt unter seinem lateinisierten
Namen Nostradamus, gilt vielen als genialer
Prophet und Zukunftsdeuter. Er lebte zu einer
Zeit, in der die Zunft der Seher auf dem Vormarsch
war und all jenen Lebenshilfe und Zuspruch
bot, die sich in Krisenzeiten nicht allein
auf die Kirche verlassen mochten. Die Vorhersage
einer Vielzahl an einschneidenden historischen
Ereignissen wird Nostradamus zugeschrieben,
so auch die Annahme, dass der 21. Dezember
2012 einen Wendepunkt markiert, an dem die
Welt, wie wir sie kennen, zu Ende gehen wird.
Den Hintergrund für die
Prophezeiungen bilden prosaische verschlüsselte
Vierzeiler („Die wahren Centurien und
Prophetien des Meisters Michel Nostradamus“,
erschienen 1568), die in Französisch,
Latein und einer Vielzahl an Wortneu- schöpfungen
geschrieben sind. Die Sprache ist symbolintensiv
und malerisch, so dass inhaltliche Deutungsversuche
seit Jahrhunderten zu sehr unterschiedlichen
Ergebnissen führen.
Aufgrund nur marginal vorhandener
konkreter Zeitangaben in Nostradamus Schriften
sind Forscher und Interessierte bis heute
auf Erklärungen im Nachhinein angewiesen.
Die bildhafte Sprache lässt entsprechend
umfangreiche Interpretationen zu, was zur
Folge hat, dass es zu allen Formulierungen
von Nostradamus sehr verschiedene Auslegungen
gibt, die sich voneinander sowohl inhaltlich,
als auch hinsichtlich einer zeitlichen Terminierung
stark unterscheiden. Es gibt zwei vorherrschende
Interpretationsvarianten bei der Analyse der
Schriften. Die eine versucht die Bedeutung
der Wörter zu erfassen und zeitgemäß
zu übersetzen, die andere lässt
den eigentlichen Text außen vor und
versucht ihn stattdessen zu dekodieren, um
eine dahinter liegende Logik zu finden.
Zahlreiche Texte beziehen
sich auf in der Zukunft liegende astrologische
Konstellationen, die als wesentlich gelten
für die Deutung der Prophezeiungen.
Dazu gehört auch die Nostradamus zugeschriebene
Vorhersage einer Apokalypse im Jahre 2012.
Als Basis für die Annahme werden von
Nostradamus benannte kosmische Umwälzungen
ins Feld geführt, die mit massiven
Klimaveränderungen und einem dritten
Weltkrieg einhergehen sollen. Nostradamus
beschrieb hierbei eine Verschiebung der
Pole und gesetzlos lebende Menschen. Die
konkrete Datie- rungsannahme der Prophezeiung
verdankt sich hierbei einer sehr seltenen
astrologischen Konstellation, die mit der
Wintersonnenwende am 21.12.2012 zusammenfällt.
Auch bei den Maya markiert
dieses Datum das Ende eines Zyklus, so dass
für viele eine mehrfach "gesicherte"
Vorhersage gegeben scheint. In Nostradamus
Schriften selbst findet sich hingegen keinerlei
Hinweis auf ein konkretes Datum und auch
nicht die damit verbundene Benennung eines
Weltendes. Es existieren insgesamt genau
sechs Jahreszahlen in seinem Gesamtwerk,
davon bezeichnet die letzte das Jahr 1999.
Alle Bemühungen, Nostradamus Worte
in einen Zusammenhang mit einer Apokalypse
zu bringen, die Ende 2012 stattfinden soll,
sind lediglich Vermutungen, die nicht zuletzt
an den aktuellen politischen Kontext angepasst
sind. Hier gilt die derzeit vorherrschende
Klimathematik als Beleg für Nostradamus
metaphorische Beschreibungen von Hitze-
und Kältekatastrophen, sowie geographi-
schen Veränderungen durch Überflutungen.
Darüber hinaus belegen
Nostradamus Schriften selbst, dass 2012
für ihn kein Datum einer Apokalypse
markiert. Im Prolog zu seinen Centurien
gibt er an, seine Vorhersagen würden
exakt 3797 Jahre in die Zukunft hinein reichen.
Er schrieb dies im Jahre 1555 nieder. Die
Prophezeiungen des Nostradamus reichen somit
bis ins Jahr 5352. Ein Ende der Welt in
apokalyptischem Ausmaß ist –
orientiert an seinen eigenen verschlüsselten
Texten – für das Jahr 2012 somit
nicht belegbar. Darüber hinaus legte
Nostradamus stets sehr viel Wert darauf,
seine Vorhersagen in nicht allzu präziser
Form zu Papier zu bringen. Grund dafür
war die Angst vor Repressalien durch die
Kirche in Form der Inquisition.
Fazit: Es gibt bis heute weltweit
keinen einzigen wissenschaftlichen Nachweis
für konkrete Deutungen der Schriften
des Michel Nostradamus.