Klimawandel und Umweltkatastrophen
Auslöser für ein
weltweites Artensterben
Könnte das im Jahr 2012
schon eintreffen?
Welche Faktoren deuten darauf
hin, dass der Klimawandel
einen Weltuntergang - im Sinne eines großen
Artensterbens - herbeiführen kann?
Weltweit sind der Klimawandel
und seine möglichen Folgen das zentrale
Thema in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
Neben den beträchtlichen kommerziellen
Einbußen spielt vor allem die Zukunft
der Biodiversität eine Hauptrolle in
den Zukunftsszenarien. Nahezu täglich
ändert sich der Sachstand und bisher
gültige Prognosen verlieren ihre Aussagekraft.
Es stellt sich daher die alles entscheidende
Frage, welche Auswirkungen der Klimawandel
zukünftig auf unsere Umwelt haben wird?
Nicht nur der Mensch ist von
den Folgen des Klimawandels betroffen, etwa
durch zunehmende Trockenheit, Bodenerosion,
Überflutungen oder den Verlust von Nahrung
und Naturstoffen. Für tausende Tier-
und Pflanzenarten bedeutet eine Klimaveränderung
einen existentiellen Einschnitt. Evolution
ist ein sehr langsamer Prozess, der Tieren
und Pflanzen nur in engen Grenzen eine Anpassung
gestattet. Vollzieht sich dieser Prozess zu
schnell oder zu radikal, tritt eine zahlenmäßige
Abnahme in den Populationen auf, die bis zur
Ausrottung der Art führen kann. Dies
gilt besonders für Spezialisten, die
besonders geringe Toleranzen gegenüber
Umweltveränderungen aufweisen. Sie werden
zusammen mit endemischen Arten, die nur über
ein sehr begrenztes geographisches Verbreitungsgebiet
verfügen, als Erste betroffen sein. Doch
auch bei vielen Generalisten hat sich bereits
die Frühlingsphänologie, das Verbrei-
tungsgebiet oder die Resistenz gegenüber
Krankheiten und Parasiten verändert.
Wissenschaftliche Studien belegen schon jetzt,
dass sich das Tempo des Artenrück- ganges
als Folge des Klimawandels beschleunigt hat.
Doch droht deshalb ein großes
Artensterben? Vielleicht schon im Jahr 2012,
wie es von den Maya Astronomen vor tausenden
von Jahren vorhergesagt wurde? Demnach wäre
das Ende der Welt vermutlich am 21. Dezember
des Jahres 2012, denn hier endet der Maya-Kalender.
Die Antwort auf diese Frage
ist mit Nein zu beantworten.
Ein Weltuntergang dürfte sich aus einem
Artensterben nicht ableiten lassen. Schon
häufiger gab es in den vergangenen Erdzeitaltern
große Einschnitte in die biologische
Vielfalt. Ganz ließ sich das Leben dabei
nie auslöschen. Einzelne Arten profitierten
gar von den drastischen Veränderungen
in ihrer Umwelt. Ein Beispiel hierfür
ist der Aufstieg der Säugetiere, die
erst nach dem Aussterben der Saurier zu ihrem
weltweiten Siegeszug in der Lage waren. Trotzdem
bleibt die Tatsache bestehen, dass ist die
Lage für die derzeitige Flora und Fauna
unseres Planeten in der Zukunft als düster
zu sehen ist. Laut einem Artikel in dem Fachmagazin
„Proceedings of the Royal Society B“
könnten bei anhaltender Erwärmung
unseres Planeten mehr als 50 Prozent der Tier-
und Pflanzenarten aussterben. Eine Studie
im renommierten Wissenschaftsmagazin „Nature“
rechnet bis zum Jahr 2050 mit dem Verlust
von einem Viertel aller landlebenden Tiere
und Pflanzen, sollte sich der Treibhauseffekt
nicht drastisch reduzieren. Auch auf das menschliche
Leben dürften sich die Folgen dieses
über- mäßigen Artensterbens
auswirken.
Besonders deutlich wird dies
am Beispiel der Meere. Einen Großteil
seines Eiweiß- bedarfs deckt der Mensch
durch den Verzehr von Fisch und anderen Meerestieren.
Doch neben dem Klimawandel ist der Bestand
durch den hohen Fischereidruck bereits in
vielen Regionen der Erde stark geschwächt.
Die Erwärmung der Meere könnte daher
ein ganzes Ökosystem Kippen lassen. Dabei
ist nicht ausschließlich die Temperatur
das Problem. Den Meeren liegt ein komplexes
Kohlenstoffsystem zu Grunde. Besonders für
Korallenriffe, mit all ihrer biologischen
Vielfalt, ist dieses System essentiell. Gerät
es aus den Fugen, versagt die Kalzifizierung
und die Korallen sterben ab. Bereits jetzt
versauert das Meer durch die Aufnahme von
CO2 zusehends. Kehrt sich dieser Trend nicht
baldmöglichst um, dürfe es in wenigen
Jahrzehnten für eine Rettung zu spät
sein.
Ebenso betroffen sind die Polargebiete.
Der Lebensraum für diese komplexe und
einzigartige Tierwelt verliert zusehends und
schneller als prognostiziert an Substanz.
Das Eis schmilzt und bringt dadurch hunderte
von Tierarten an die Schwelle zur Ausrottung.
Der Eisbär ist dadurch zum weltweiten
Symbol für den Klimawandel geworden.
Als Fazit bleibt die Tatsache,
dass es keine unmittelbare Gefahr für
den Fort- bestand des Lebens auf der Erde
geben dürfte, obwohl die Entwicklung
gleichwohl dramatische Ausmaße erreichen
könnte. Tausende von Tier- und Pflanzenarten
wären für immer verschwunden. Ganze
Ökosysteme würden in solch einem
Fall zusammenbrechen und letztendlich auch
für den Menschen einschneidende Veränderungen
mit sich bringen. Wie stark diese Veränderungen
in den nächsten Jahren und Jahrzehnten
ausfallen werden, wird sich mit den Maßnahmen
zum Schutz der Umwelt und des Klimas entscheiden.
Ein Bezug auf das mystische Datum 21.12.2012
kann jedoch nicht festgestellt werden, da
es sich um einen dynamischen Prozess handelt,
der sicher nicht an einem einzigen Tag stattfinden
wird.